Weltordnung am Wendepunkt.
Friedenspolitik in einer multipolaren Welt
Die Welt befindet sich in einem Umbruch von großer historischer Tragweite. 500 Jahre nach Kolumbus, nach Jahrhunderten der Versklavung und Ausbeutung Afrikas, Asiens und Lateinamerikas durch Kolonialismus, Imperialismus und Neokolonialismus endet die globale Dominanz der nordatlantischen Welt des weißen Mannes. Es entsteht eine multipolare Weltordnung, die in vielerlei Hinsicht eine Entwestlichung ist. „Der Westen“, der heute nur noch 15 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, ist mit dem Bruch im transatlantischen Verhältnis durch die Trump-Administration gespalten. Sein Gewicht als machtpolitisches Konstrukt sinkt weiter.
Keine der heute lebenden Generationen kennt eine solche Situation aus eigener Erfahrung, viele haben die Dramatik der Veränderungen noch nicht wahrgenommen. Die herrschenden Eliten im Westen stecken mitten in der Suche nach strategischen Antworten. Das Ende ihrer Hegemonie stellt eine schwere Kränkung ihres Selbstbewusstseins dar, das seit Jahrhunderten von Überlegenheitsdenken begleitet ist. War es zunächst der messianische Glaube, „die Heiden“ zum Christentum zu bekehren, dann der Rassismus des 19. und 20. Jahrhunderts, so ist es heute die Imagination, der ganzen Welt eine „regelbasierte“ westliche Ordnung gegen die Zumutungen der Multipolarität und „autoritärer Regime“ zu verordnen.
Der Veränderungsprozess steht relativ am Anfang. Seine Gestaltung ist heftig umkämpft, es gibt viele Unwägbarkeiten, und auf den ersten Blick kann die Situation als chaotisch erscheinen. Auch für eine Friedenspolitik auf der Höhe der Zeit und einen emanzipatorischen Internationalismus werfen die Umbrüche viele neue Fragen auf. Es gilt, die heraufziehende Weltordnung zu verstehen. Zugleich wollen wir 80 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki der Verhinderung des Atomkrieges ein besonderes Augenmerk schenken.
Wir laden herzlich zur Teilnahme an der Debatte ein. Schriftliche Diskussionsbeiträge zum Thema sind auch über den Kreis der Referentinnen und Referenten hinaus möglich. Das ist ggf. mit dem WeltTrends-Institut abzustimmen: crome.institut@welttrends.de. (Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.)
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Datum: 29. November 2024
Uhrzeit: 11.00 – 15.00 Uhr
Ort: AWO-Kulturhaus Babelsberg, Karl-Liebknecht-Straße 135, 14482 Potsdam
Ablauf
11.00 – 13.00 Uhr Panel 1 – Deutschland und die weltpolitischen Entwicklungen
Dr. habil. Erhard Crome, WeltTrends-Institut
Dr. Alexander Neu, ehem. MdB
13:00 – 13:30 Uhr Pause
13.30 – 15.00 Uhr Panel 2 – Gegen den Atomkrieg
Dr. Siegfried Fischer, ehem. Kapitän zur See
Reiner Braun, Vorstand internationales Friedensbüro (IPB)
Den ausführlichen Ablauf können sie hier als PDF herunterladen.