Wilfried Schreiber

Liebe Freunde,

Wer denkt, dass schweizer Quellen immer neutral sind, täuscht sich sehr. Auch die NZZ ist nicht frei von Nazi-Ideologie.

Israel: Es ist unglaublich, was in Gaza passiert. Das ist eine Politik der verbrannten Erde, die auf die vollständige Vertreibung der Palästinenser aus dem Gaza-Streifen abzielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die globale Völkergemeinschaft zulassen wird. Israel und sein politischer Hauptunterstützer Deutschland sind in dieser Frage international völlig isoliert. Teile der deutschen Eliten sind sich dem bewußt – wie Äußerungen von Sigmar Gabriel zeigen. Aber bisher zeigt sich das nicht in einer veränderten Realpolitik. Die USA unterstützen zwar Israel, versuchen aber zugleich mäßigend auf Israel einzuwirken. Wenn etwas die Existenz Israels gefährden kann, so ist es die eigene Politik von MP Netanyahu.

Begnügt euch zunächst mit dem anliegenden Fragment.  Ich werde versuchen, die vergangene Woche mit einer Kurzfassung zu überbrücken. Es läuft nicht gut für den Westen. Nicht für die USA, nicht für Deutschland  – und auch nicht gut für Israel.

Ukraine-Krieg: Schlüsselbeitrag meiner diesmonatigen Informationen ist der Aufsatz von Ralph Bosshard. Lehrbuchhaft analysiert er den Ukrainekrieg und die gegenwärtige Situation des Westens. Dabei weist er einen Ausweg aus dem weitgehend selbstverschuldeten Desaster. Nicht weniger gut ist der Text von Bhadrakumar mit einigen anderen Akzenten. Beide gehen jedoch davon aus, dass die Ukraine ihre militärischen Ziele nicht erreichen wird und die Unterstützung aus den USA schwindet. Zugleich verweisen sie auf interne Machtkämpfe in der Ukraine.

Deutschland gehört zu den Hauptverlierern des geopolitischen Wandels – zumal die Bundesregierung sowohl Selenskyi als auch Netanjahu Nibelungentreue zugesichert hat. Deutschlands Stellung wird besonders dadurch geschwächt, dass sich die Konsequenzen der beiden Kriege (Ukraine und Gaza) mit den Folgen der  wirtschaftspolitischen Fehlentscheidungen (Energiewende), der Bildungskrise sowie der realen Rezession verquicken. Deutschland hat weder innen- noch außenpolitisch ein schlüssiges Konzept, sich aus der prekären Situation zu lösen. Und ein Schweigen der Waffen ist nicht in Sicht – trotz deutlichen Forderungen der BRICS-Staaten. Das Eskalationspotenzial ist in beiden Konflikten nach wie vor unberechenbar.

Auch aus der deutschen Bevölkerung mehren sich die kritischen Stimmen – aber von der alten Stärke ist die Friedensbewegung noch weit entfernt.

Weitere Themen: Ende der Dominanz des US-Dollars? Interview mit Zongyuan Zoe Liu; OSZE – Kurz vor dem Wachkoma; Mузыка ради Mира“  – ja, Frieden ist möglich – ein Brief an unsere Kinder!; Rede Jeffrey Sachs bei der Konferenz der Religionsführer in Abu Dhabi; Digitaler Militärisch-Industrieller-Komplex – Studie.


Globaler Wirtschaftkrieg

Die Autoren der vorliegenden Ausgabe sehen die Welt auf unabsehbare Zeit im Wirtschaftskrieg. Im Thema wird eine „Fragmentierung der Weltwirtschaft in rivalisierende Blöcke“ konstatiert, eine „Versicherheitlichung der Mächterivalität“, kontraproduktiv zu den ökonomisch-sozialen und entwicklungspolitischen Notwendigkeiten (J. van Scherpenberg). Im Wesen gehe es bei den „Sanktionen als Instrumente des globalen Wirtschaftskrieges“ (J. Rieken) um die Aufrechterhaltung westlicher Dominanz. Die wirtschaftlichen und politischen Folgen der Wandlung der USA zur „Energiesupermacht“ mit globalem Einfluss (M. Daniljuk) und der Abbruch der direkten Energieimporte aus Russland bewirken einen Abstieg der Volkswirtschaften Deutschlands und Europas. Das geostrategische Umfeld der EU sei hochgradig instabil und von historischen Umbrüchen geprägt.

Das aktuelle WeltTrends-Heft Nr. 198 “Globale Wirtschaftskriege” analysiert die wirtschaftspolitische Dimension des weltweiten Ringens um eine neue Weltordnung. Es ist im Shop als Digital- und als Druck-Version verfügbar. Weitere Information und Probeartikel finden sie im Blogeintrag.

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